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Verkehrsplaner Schwarz: Park+Ride-Anlage und Zusammenschluss der B4 mit der B45 für Horner Bahnhof notwendig

Vor fünf Jahren hat die Horner Internetzeitung die Ideen von Rudolf Schwarz, damaliger Verkehrsplaner des Landes Niederösterreich und gebürtiger Horner, bezüglich der Anbindung Horns an die Franz-Josefs-Bahn als erstes Medium veröffentlicht. Eine Geschichte, auf die kurz darauf alle regionalen und auch überregionale Medien "aufgesprungen" sind. Das Ergebnis:  Das Land Niederösterreich und die ÖBB haben 2017 vereinbart, das Projekt "Spange Horn" bis 2025 zu verwirklichen. Nun, nach der Einstellung des Projektes "Waldviertelautobahn", schlägt Schwarz die Errichtung einer Park+Ride-Anlage sowie eine direkte Verbindung der B4 (Wiener Straße) und der B45 (Breiteneicher Straße) ohne den Umweg über die Lagerhaus- und Bahnstraße als notwendige Begleitmaßnahmen vor.

Verkehrsplaner Rudolf Schwarz, "Erfinder" der Anbindung Horns an die Franz-Josefs-Bahn, schlägt nun weitere Maßnahmen vor. Bild: © Josef Pfleger
Verkehrsplaner Rudolf Schwarz, "Erfinder" der Anbindung Horns an die Franz-Josefs-Bahn, schlägt nun weitere Maßnahmen vor. Bild: © Josef Pfleger

Folgende Vorschläge hat er uns übermittelt:

"Als Verkehrsplaner und ehemaliger Projektleiter bei der Planung der Nord Autobahn und des niederösterreichischen Abschnittes der Wien Außenringschnellstraße S1 nördlich der Donau war es für mich nie nachvollziehbar, dass im Waldviertel die Notwendigkeit einer hochrangigen, 4-streifigen Straße bestand. Die Verkehrswerte im Korridor der vorgesehenen „Europaspange“ lagen und liegen - auch in der Prognose - in weiten Teilen dieses Straßenzuges bei unter 10.000 Fahrzeugen pro Tag. Damit sich eine Autobahn betriebswirtschaftlich rentiert, müsste mindestens der doppelte Verkehr darauf stattfinden. Grundsätzlich ist es auch nicht Aufgabe einer hochrangigen Straße zusätzlich Verkehr zu induzieren, sondern den anfallenden, vorhandenen bzw. auch prognostizierten sicher und gefahrlos abzuführen. So gesehen war die Fachentscheidung, auf die Waldviertelautobahn zu verzichten, wohl durchdacht. Im Übrigen hätte sie für die Horner die Fahrzeitersparnis bei einer Fahrt von Wien nach Horn gerade einmal 2 Minuten betragen. Das resultiert daraus, dass die neue Strecke um ca. 11 km länger gewesen wäre. Man müsste über die A22, die S3 bis östlich von Schöngrabern und hernach von dort auf der Waldviertelspange parallel zur B2 nach Horn fahren. Von der möglichen Autobahnabfahrt Horn wären es dann noch 2 bis 3 km bis in die Stadt.

 

 

Um so mehr ist es nun erforderlich, sinnvolle Alternativen für der Großraum Horn zu setzen. Hier wäre die baldige Errichtung der Eisenbahndirektanbindung Horn von der FJB, wie ich schon vor 5 Jahren vorgeschlagen habe, überfällig. Wenn man die Kosten für dieses Vorhaben betrachtet, so belaufen sich diese sowohl für die Adaptierung der Strecke samt Elektrifizierung bis Horn als auch die behindertengerechte Neugestaltung des Bahnhofes Horn in etwa auf die gleiche Höhe wie etwa sechs Kilometer Vollausbau einer Autobahn. 

 

Um den Horner Bahnhof attraktiv zu machen und auch eine höhere Fahrgastfrequenz zu erreichen sind meines Erachtens allerdings einige Hausaufgaben unverzüglich zu verrichten: Die Vorsehung einer größeren Park + Ride Anlage südlich des Bahnhofes und die Errichtung einer Zufahrt von der Tankstelle bei der östlichen Ortseinfahrt von Horn (B4) wären notwendig, wenn man nicht den gesamten Zulaufverkehr aus dem westlichen Horner Einzugsgebiet über 2 gefährliche Kreuzungen und die nicht gerade einer typischen Bundesstraße entsprechende Lagerhausstraße führen möchte. In diesem Zusammenhang sollte evaluiert werden, ob es nicht vielleicht sinnvoller wäre, die B45 im Horner Bereich umzulegen und direkt mit der B4 im Bereich der Eni-Tankstelle zu verbinden. Damit wäre einerseits der Bahnhof optimal angebunden, andererseits könnte man den Durchzugsverkehr von der B45 in Richtung oberes Waldviertel (B2) aus der Stadt heraus direkt auf die Horner Umfahrung bekommen. 

 

All diese Maßnahmen müssten rasch und flott umgesetzt werden, damit bei diesen nicht - wie bei der Ex- Waldviertelautobahn prognostiziert - erst im Jahr 2045 mit einer Verkehrsfreigabe gerechnet werden kann, sondern schon in diesem Jahrzehnt."

Ein - fiktiver - Plan, wie der Zusammenschluss der B4 mit der B45 inkl. Park+Ride-Anlage ausschauen könnte. Plan: © HR DI Rudolf Schwarz
Ein - fiktiver - Plan, wie der Zusammenschluss der B4 mit der B45 inkl. Park+Ride-Anlage ausschauen könnte. Plan: © HR DI Rudolf Schwarz

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Kommentare: 2
  • #1

    Karl Busta (Sonntag, 03 Januar 2021 18:36)

    Gratulation für die sehr durchdachte und durchaus sehr vernünftige Planung des zukünftigen innovativen Projekts. Umso früher, desto besser.

  • #2

    Josef Heideneichstein (Montag, 04 Januar 2021 09:30)

    DI Schwarz hat Recht: Es herrscht dringender Handlungsbedarf und vernünftige Planung ist echt an der Zeit.